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Überblick

An allen Schul- und Kindergartenstandorten und auf allen Schulstufen besteht Handlungsbedarf. Die geplanten Sanierungen und Neubauten verbessern die Bedingungen für einen erfolgreichen und zeitgemässen Unterricht. Sie ermöglichen es, besser auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler einzugehen.

Auch mit Blick auf den Lehrkräftemangel ist eine gute Schulinfrastruktur wichtig: Ohne genügend Raum wird es immer schwieriger, qualifizierte und motivierte Lehrpersonen zum Verbleib in der Gemeinde oder zum Wechsel nach Münchenbuchsee zu bewegen.

Nicht überall sind die baulichen Massnahmen gleich dringend. Die umfassende Schulraumplanung stellt sicher, dass die Sanierungen und Neubauten in der richtigen Reihenfolge realisiert werden und für die Gemeinde finanziell tragbar und personell zu bewältigen sind. Der Gesamtblick ermöglicht es zudem, Synergien zu nutzen: etwa durch die gemeinsame Nutzung von Räumen durch Schule und Tagesschule und dank der Verschiebung von Klassen, um so bestimmte Standorte besser auszulasten.

Jeder Primarschulstandort soll genügend Platz für die Tagesschule bieten. Es wird davon ausgegangen, dass bis 2040 die Hälfte aller Kinder schulergänzende Betreuungsangebote nutzt (z.B. Mittagstisch und Betreuung vor und nach dem Unterricht).

Bis im Jahr 2045 benötigen die Schulen gemäss aktueller Prognose insgesamt Raum für 59 bis 70 Klassen – das heisst eine bis 12 Klassen mehr als im Schuljahr 2025/2026. In der benötigten Fläche enthalten sind die bereits heute für einen zeitgemässen Unterricht fehlenden Räume – die Gemeinde weicht von den kantonalen Empfehlungen ab. Das Defizit an Hauptnutzfläche beträgt aktuell rund 2'800 m2 über alle Schulstufen hinweg. Knapp ein Drittel fällt auf die Oberstufe (31%) und gut zwei Drittel auf die Kindergärten sowie die Unter- und Mittelstufe (69%).

Im Detail ergeben die aktualisierten Prognosen für die Schüler*innenzahlen im Vergleich zu heute folgenden Klassenbedarf:


2025/20262045
Kindergarten1111-13
Primarschule

32

33-39*
Oberstufe Sek / Real

15

15-18**

* dabei wird mit drei Klassen für besonderen Förderbedarf (KbF) gerechnet
** dabei wird mit einer KbF -Klasse gerechnet

Bei der Berechnung des Raumbedarfs wird wie bisher von folgenden durchschnittlichen Klassengrössen ausgegangen: 19 Kinder pro Kindergartenklasse und 21 Schülerinnen und Schüler pro Klasse in der Primarstufe und Oberstufe.

In den früheren Prognosen für die Sekundarstufe war die Anzahl benötigter Klassen von den schwankenden Anteilen abhängig, mit denen sich die Schüler*innen auf die Sekundar- und die Realschule verteilten. Das führte tendenziell zu grösseren Klassenzahlen. Inzwischen wurde in der Sekundarstufe das durchlässige Modell eingeführt. So erreicht man die angestrebten Klassengrössen besser und kann damit die Anzahl Klassen verringern.

Die vorgeschlagene Schulraumplanung ist kein Maximalprogramm. Vorgesehen ist, dass es pro drei Klassenzimmer einen Gruppenraum gibt. Viele Gemeinden planen mit einem Gruppenraum für jedes Klassenzimmer, einige mit einem für zwei Klassenzimmer. Mit Synergien rechnet die Gemeinde auch bei der Tagesschule. Die Planung sieht vor, dass Schule und Tagesschule 620 m2 Fläche gemeinsam nutzen. Die geplante Fläche ermöglicht ein Tagesschulangebot von knapp 2.5m2/Kind; sie weicht damit um 37.5% vom kantonalen Richtwert ab. Bei einer getrennten Führung von Schule und Tagesschule müssten pro Kind in der Tagesschule 4m2 zur Verfügung stehen.

Dank den Sanierungen und Neubauten erhalten die Kinder und Jugendlichen deutlich bessere Bedingungen für einen erfolgreichen Schulunterricht. Nach heutigem Bildungsverständnis sind vielfältige Unterrichtsmethoden und individuelle Lernformen am besten geeignet, die Schülerinnen und Schüler zu fördern; nebst frontalem Klassenunterricht lernen sie heute auch in Gruppen oder in Einzelarbeit. Selbstorganisiertes Lernen erfordert Rückzugsmöglichkeiten; hierfür fehlen heute an mehreren Schulstandorten die Räume. Wegen der Raumknappheit kann zu wenig auf individuelle Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingegangen werden. Die Sanierungen und Neubauten ermöglichen einen zeitgemässen Schulunterricht. Eine gute Schulinfrastruktur ist auch mit Blick auf den Lehrkräftemangel wichtig: Ohne genügend Raum wird es immer schwieriger, qualifizierte und motivierte Lehrpersonen zum Verbleib in der Gemeinde oder zum Wechsel nach Münchenbuchsee zu bewegen. Heute können Stellen nicht oder teilweise nur mit grossem Aufwand besetzt werden.

Jeder Primarschulstandort soll genügend Platz für die Tagesschule bieten: einen Raum für die Mittagsverpflegung durch Catering (keine Gastroküche, kein Kochen vor Ort) im Zwei-Schichten-Betrieb sowie einen abtrennbaren oder fix abgetrennten Nebenraum für Ruhe und Rückzug. Die Planung setzt auf betriebliche und räumliche Synergien von Tagesschule und Schule, also z.B. auf die gemeinsame Nutzung von Räumen – das auch mit Blick auf die allfällige Einführung der Ganztagesschule. Nur am peripher gelegenen Standort Allmend ist eine Kombination von Kindergarten und Tagesschule vorgesehen. Für die Oberstufe wird auf ein eigenes Tagesschulangebot verzichtet, da die Schülerinnen und Schüler in diesem Alter die Verpflegung grösstenteils selbst organisieren; für sie ist aber eine bestimmte Anzahl Plätze an den anderen Standorten vorgesehen. Es wird davon ausgegangen, dass bis 2045 die Hälfte aller Kinder schulergänzende Betreuungsangebote nutzt (z.B. Mittagstisch und Betreuung vor und nach dem Unterricht).

Damit die Schulraumplanung stets auf möglichst soliden Grundlagen beruht, liess der Gemeinderat die 2019 erhobenen Zahlen bereits 2023 ein erstes Mal aktualisieren, damals mit Blick auf die Wohnbautätigkeit. Vor der Konkretisierung der ersten Bauprojekte im Herbst 2025 wurden die Prognosen nochmals überprüft, diesmal zusätzlich unter Einbezug der aktuellen Entwicklung der Geburtenrate.

Die jüngste Prognose zeigt, dass die Schüler*innenzahlen in Münchenbuchsee nach einem Anstieg im Schuljahr 2026/2027 in den folgenden rund sieben Jahren etwas stärker sinken als bisher angenommen und dann zeitlich verzögert zunehmen. Heute zählt die Gemeinde rund 1‘130 Schüler*innen, in ein paar Jahren könnten es 20 bis 30 weniger sein. Längerfristig ist mit zusätzlichen 100 Schüler*innen zu rechnen, was einer Zunahme von rund 10 Prozent gegenüber heute entspricht.

Die Entwicklung hat im Wesentlichen mit der Geburtenrate und der Wohnbautätigkeit zu tun. Die Geburtenrate ist im Gleichschritt mit dem schweizweiten Trend deutlich zurückgegangen. Im Schnitt der letzten zehn Jahre lag sie bei 0.9 %, also bei 0.9 Geburten pro 1‘000 Einwohner und Jahr. Zwischen 2015 und 2019 lag sie noch bei rund 1 %. Mit Corona kam der Einbruch; seither gab es nur noch ein Jahr, in dem in der Gemeinde Münchenbuchsee so viele Kinder zur Welt kamen wie vor der Pandemie. Dadurch leben hier heute weniger Babys und Kleinkinder als vor 6 Jahren angenommen.

Gleichzeitig haben sich mehrere Wohnbauprojekte in der Gemeinde teilweise erheblich verzögert. Dadurch werden die Wohnungen später gebaut, womit auch die Zahl der neuen Einwohnerinnen und Einwohner erst später zunehmen wird.

Um bei der Anzahl benötigter Klassenzimmer auf der sicheren Seite zu stehen, ist es ratsam, mit Bandbreiten zu arbeiten. Sonst besteht das Risiko, dass plötzlich teure Provisorien nötig werden. Die Geburtenrate ist immer gewissen Schwankungen unterworfen. Je kleiner eine Gemeinde ist, desto stärker fallen nicht prognostizierbare geburtenstarke oder geburtenschwache Jahrgänge ins Gewicht. Als mittelgrosse Gemeinde ist Münchenbuchsee von solchen Schwankungen mittelstark betroffen. Auch hängt der Raumbedarf nicht nur von der Geburtenrate ab. Ziehen zum Beispiel viele Familien in die Gemeinde, kann das ebenfalls ins Gewicht fallen.

Der Bedarf an Klassenzimmern ist von mehreren Faktoren abhängig. Es gibt verschiedene Unsicherheiten. Das Minimalszenario von 33 Klassen für die Primarstufe trifft bei einer auch langfristig leicht rückläufigen Geburtenrate ein oder bei einer schwächeren Wohnbautätigkeit (vorerst ca. 30 % weniger Zuziehende gegenüber den Erwartungen der Ortsplanung) oder bei grösseren Klassen (mit durchschnittlich 24 Schülerinnen und Schülern). Das Maximalszenario von 39 Klassen trifft bei einer gegenüber heute wieder leicht ansteigenden Geburtenrate ein oder bei etwas mehr Wohnbautätigkeit oder im Fall eines leicht überdurschnittlichen Zuzugs von Familien oder mit etwas kleineren Klassen (mit durchschnittlich 19 Schülerinnen und Schülern). In beiden Szenarien kann auch eine Kombination der Faktoren zum Resultat führen. Gleichzeitig kann etwa eine niedrigere Geburtenrate durch eine stärkere Wohnbautätigkeit ausgeglichen werden.

Aus Gründen der Kosteneffizienz empfiehlt der Gemeinderat, das Bauprojekt für die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Paul Klee nach den bisherigen Vorgaben umzusetzen: Die Schulanlage soll künftig Platz für 18 Klassenzimmer und 6 Gruppenräume bieten. Der Vorteil dieser Lösung: Wenn es langfristig auf der Primarstufe nur noch 33 Klassen braucht, lässt sich das später geplante Projekt für das Primarschulhaus Riedli um die nicht benötigten Räume redimensionieren. So vermeidet die Gemeinde Kosten für die Überarbeitung des Projekts für das Schulhaus Paul Klee und erzielt den vollen Spareffekt.

Im Gegensatz zur Primarstufe, wo die Sanierungen und Erweiterungen auf zwei Etappen verteilt sind, gibt es bei der Oberstufe keine Möglichkeit, später aufgrund der tatsächlichen Entwicklung der Schüler*innenzahlen zu reagieren. Beim geplanten Erweiterungsbau im Bodenacker prüft der Gemeinderat deshalb, ob er verkleinert werden soll – was zusätzliche Planungskosten bedeutet – oder ob eine alternative Nutzung einzelner Räume sinnvoller ist. Durch die Verschiebung gewisser Nutzungen in das neue Schulgebäude könnte die Gemeinde jedes Jahr Mietkosten in beträchtlichem Umfang sparen.

Die geplante Anzahl Turnhallen und deren Verteilung entsprechen der heutigen Situation. Es braucht keine zusätzliche Turnhalle. Die Auslastung der einzelnen Hallen variiert. Die Einzelturnhalle Paul Klee ist schon heute überbelegt, sodass die Schülerinnen und Schüler die nahe Turnhalle Bodenacker der Oberstufe benutzen, wo eine der drei Hallen unterbelegt ist. Für den Erhalt der heutigen Turnhallen sind verschiedene Investitionen vorgesehen; am Standort Riedli werden Gebäudehülle und Haustechnik saniert, am Standort Paul Klee das Dach, die Heizung und der Innenausbau und am Standort Waldegg ebenfalls das Dach, die Heizung und der Innenausbau.

Es ändert sich nichts. Für das Lehrschwimmbecken Riedli wird 2024 – unabhängig von der Schulraumplanung – ein Sanierungsprojekt erarbeitet, damit dieses auch künftig sowohl den Schulen wie den Vereinen für den Schwimmunterricht zur Verfügung steht. Auch auf die heutigen Belegungspläne und Trainingszeiten der Vereine wirkt sich die Schulraumplanung nicht aus. Allfällige Optimierungen können hier separat gefunden werden.

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